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Kletterseil waschen

So, mein Kletterseil ist nun nach 1,5 Jahren regelmäßiger Nutzung wieder ein bisschen sauberer. Hier eine kurze Beschreibung wie ich mein Seil gewaschen habe und welches Ergebnis ich erzielt habe.

Erst die Theorie, dann die Praxis

Da ich noch nie ein Seil gewaschen hatte , brauchte ich erstmal eine zuverlässige Anleitung für das Waschen. Was ich an Waschtipps gefunden und in diesem Artikel zusammengeschrieben habe, das hat mich nicht ganz überzeugt. Trotzdem musste mein Seil nun in Wäsche, denn es war einfach zu schmutzig.

Hinweis:
Allen, die ihr Kletterseil waschen wollen, empfehle ich, sich gut zu informieren und auf die Empfehlungen des Herstellers oder des DAV zu achten. Wer sein Seil auf die hier beschriebene Weise wäscht, der trägt dafür natürlich auch selbst die Verantwortung.

Vorbereitung

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Ist das Seil in Schlaufen gelegt, kann es sich nicht verheddern.

Um zu verhindern, dass sich das Seil in der Waschmaschine heillos verheddert, habe ich es zu Beginn in Schlaufen gelegt (Empfehlung von Klettern.de). Außerdem kam es zur Sicherheit in einen alten Kopfkissenbezug. Im Nachhinein würde ich das allerdings nicht mehr tun, denn innerhalb des kleinen „Sacks“ konnte sich das Seil nicht gleichmäßig in der Trommel verteilen und erzeugte eine ziemliche Unwucht.

Als Waschmittel habe ich etwas Rei in der Tube verwendet. Zuerst wollte ich das Seil eigentlich komplett ohne Waschmittel waschen, da ich gelesen habe, dass in der Waschmaschine vile Waschmittel vom vorherigen Waschgang verbleibt. Letzten Ende habe ich mich aber dagegen entschieden, weil ich das ganze einfach nicht zweimal machen wollte.

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Das Rei in der Tube habe ich genommen, da es laut Verpackung auch für synthetische Kleidung geeignet ist. Wie schon in meinem letzten Artikel geschrieben, konnte ich im Supermarkt kein „Synthetik-Waschmittel“ dass auch so gelabeled ist und bei dem mir klar war, dass es nicht schädlich ist (z.B. kein Weichsspüler enthält). Ich wollte auch kein spezielle Seilwaschmittel aus dem Internet bestellen, da ich mir das zu teuer war und zu lange gedauert hätte. Schließlich brauch ich das Seil häufiger.

Waschprogramm

Seilwäsche
Im Wollprogramm wird das Seil kalt gewaschen, nicht geschleudert.

Das Seil habe ich dann Wollprogramm gewaschen. Das bedeutet Kaltwäsche und kein Schleudern. Wie sich dann aber gegen Ende heraus gestellt hat, fing die Trommel doch an leicht zu schleudern. Um das Seil habe ich mir dabei keine Sorgen gemacht, aber um die Waschmaschine. Denn da das Seil in dem kleinen Sack steckte, hatte die Waschmaschine eine ziemlich deutliche Unwucht. Zum Glück dauerte das nicht lange.

Trocknen

Nach dem Waschen war das Seil schon relativ trocken und ich konnte das Seil direkt zum Trocken auslegen. Aufgrund von Platzmangel habe ich das Seil auf einem Wäscheständer in vielen Schlaufen ausgelegt. Um das Trocknen zu beschleunigen legte kam außerdem noch ein Handtuch unter das Seil. Das ganze ließ ich dann so einige Tage stehen.

Seil beim Trocknen
Seil beim Trocknen

Insgesamt hat es ganze 4 Tage gedauert, bis das Seil trocken war. Zwar ist es nach 2 Tagen schon äußerlich trocken, aber man merkt am Gewicht, dass noch Feuchtigkeit drin ist. Wer ungeduldig ist, dem sei gesagt: Experten weisen darauf hin, dass sich die Eigenschaften nasser Seile vermindern. Sie sind also weniger sicher! Es ist also besser zu warten, bis das Seil vollkommen trocken ist.

Was hat es gebracht?

Nachdem ich mein Kletterseil gewaschen habe, sieht es fast genauso aus wie zuvor: Es gibt immer noch die hellen Stellen an den Seilenden und die etwas dunkleren im mittleren Bereich. Kein erkennbarer optischer Unterschied.

Das frisch gewaschene Seil bei Tageslicht.
Das frisch gewaschene Seil bei Tageslicht.

Haptisch gibt es schon einen Unterschied. Nach dem Waschen ist das Seil minimal dicker geworden und runder geworden. Es fühlt sich außerdem sauberer an und riecht auch so. Als ich es nach etwa einer Woche wieder zum Indoor-Klettern dabei hatte , war es etwas schwerer durch den Tube zu ziehen. Aber das ist nur ein minimaler Unterschied. Durch das Trockenen in Schleifen war das Seil vielleicht auch ein kleines bisschen krangelig (verdreht). Mit zweimaligem Durchziehen war das aber weg.
Beobachtet habe ich außerdem, dass sich die Seilfasern durch den Waschgang wieder ein Stück zusammengezogen haben. Bei einer kleinen Fallbelastung hat es sich dementsprechend wieder ziemlich gedehnt.  

Was nun die Verschmutzung des Seils betrifft, so bin ich relativ enttäuscht. Direkt nach dem ersten Sichern hatte ich wieder einen Schmutzstreifen auf der Hand. Zwar heller, aber immer noch da. Das Waschen hat also dagegen nichts gebracht.
Interessant wäre es jetzt einen zweiten Waschgang oder eine andere Waschmethode (zum Beispiel per Hand und Seilbürste) auszuprobieren. Ehrlich gesagt fehlt mir dazu aber die Zeit und Muse. Das Seil ist insgesamt ein wenig sauberer geworden und riecht besser – das muss erstmal reichen.
Die nächste Seilwäsche wird es frühestens nach dieser Saison geben. Mal sehen ob ich dann noch etwas zu schreiben habe.