Wie wäscht man ein Kletterseil?

Mein Kletterseil vor dem Waschen. Es steckt viel Schmutz drin.
Mein Kletterseil vor dem Waschen. Es steckt viel Schmutz drin.

Jedes Kletterseil wird durch Gebrauch unweigerlich dreckig. Bei meinem eineinhalb Jahre alten Seil erkenne ich den Verschmutzungsgrad inzwischen problemlos an meinen Händen: Sie sind nach dem Sichern schwarz. Höchste Zeit also, um das Seil zu reinigen. Doch wie genau stelle ich das eigentlich an?

Ein modernes, aus Polyamid gefertigtes Kletterseil ist sehr robust und bietet Sicherheit vor den meisten Gefahren des Kletterns. Es widersteht einerseits hoher Belastung und ist andererseits genügend dehnbar um uns nicht zu verletzen. Einem unbeschädigten, korrekt verwendeten Seil kann im Kletteralltag eigentlich nur die Belastung über scharfe Kante hinweg gefährlich werden. Dagegen drohen viele Gefahren bei unsachgemäßer Verwendung, falscher Lagerung, oder dem Kontakt mit Chemikalien.

Aus letzterem Grund sollte man beim Waschen von Seilen besondere Vorsicht walten lassen. Da viele Waschmittel säure- oder basenhaltig sein können, besteht die Gefahr mit einem falschen Waschmittel das Kunststoffseil zu beschädigen. So habe ich das in der letzten Zeit immer wieder gelesen und gehört. Was jedoch viel schwieriger herauszufinden ist, ist wie und mit welchem Waschmittel man ein Seil nun schonend waschen kann. Dies habe ich versucht heraus zu finden.

Zuerst mal wollte ich wissen, was die Seilhersteller von offizieller Seite zum Thema Seilwaschen zu sagen haben:

Seilpflegetipps von Mammut

Angefangen habe ich mit Mammut, denn ich besitze ein Mammut-Seil. Mammut empfiehlt in seiner Seilfibel das Waschen per Hand in lauwarmen Wasser oder in der Waschmaschine im Programm für Wolle. Als Waschmittel wird ein Synthetik-Waschmittel empfohlen. Außerdem sollte man unbedingt auf das Schleudern des Seils verzichten und es danach an einem kühlen, dunklen Ort zum Trocknen auslegen.

Mammuts Pflegetipps hörten sich für mich sehr easy an, bis ich im Supermarkt vor dem Regal mit den Waschmitteln stand. Ich konnte dort kein explizites „Synthetik-Waschmittel“ finden. Das hab ich mir wohl zu einfach ausgemalt. Es gibt jede Menge Waschmittel mit denen man auch synthetische Klamotten waschen kann, aber woran erkenne ich jetzt genau was ein Synthetikwaschmittel ist?

Edelrid & Seilwaschen

Auch Edelrid  empfiehlt Handwäsche (am schonendsten) oder den Schonwaschgang für Wolle bei 30° (in Ordnung) zur Reinigung der Seile. Als Waschmittel werden „Synthetik-Waschmittel“ oder „spezielle Seilwaschmittel aus dem Fachhandel“ empfohlen. Aha. Übrigens soll man auch bei Edelrid das Seil keinesfalls zum Trockenen aufhängen.

Tendon hat ein Mittel

Bei Tendon bleibt die Frage nach dem richtigen Waschmittel nicht lange unbeantwortet. Es ist das „Sonderwaschmittel“ Tendon Rope Cleaner, welches speziell für Kletterseile entwickelt wurde. Ziemlich viel Werbung an der Stelle. Daneben bieten die Pflegetipps von Tendon aber auch viele interessante Infos zum Waschen (Temperatur maximal 40° Celsius) und zur Belastbarkeit von nassen Seilen (Seilfestigkeit bei nassen Seilen um bis zu 30% reduziert). Tendon betont übrigens besonders, dass Trocknung des Seils lange braucht.

Die 3 von mir betrachteten Hersteller erlauben unter bestimmten Voraussetzungen das Waschen von Kletterseilen mit Maschine und Waschmittel. Dabei bleibt man bei Mammut und Edelrid aber ziemlich ungenau, wenn es ums Waschmittel geht. Ein „Synthetikwaschmittel“ oder „Seilwaschmittel“ find ich ziemlich ungenau. Viel besser fände ich es, wenn sie bestimmte Waschmittel empfehlen würden. Außerdem wäre es wichtig zu wissen, welche Mittel oder Wirkstoffe nicht verwendet werden dürfen. Schaut man sich Forenbeiträge zum Seilwaschen an, dann findet man dort alle möglichen Waschtippps. Nach der Lektüre war ich nicht wirklich schlauer, wie ich vorgehen soll.

Jetzt wollte ich mir noch anschauen, was denn zum Beispiel der DAV dazu sagt:

DAV-Tipps zur Seilwäsche

Laut dem DAV ist das Maschinenwaschen der Seile nicht zu empfehlen. Man erzielt damit auf der einen Seiten nur oberflächliche Sauberkeit. Auf der anderen Seite kann ein Seil viele seiner besonderen Eigenschaften verlieren. Im Klartext: Imprägnierungen und Gleitsubstanzen werden beim Waschgang ausgewaschen. Die DAV Sicherheitsforschung empfiehlt deswegen die etwas mühsamere Reinigungsvariante: Die Reinigung dreckiger Stellen  mit lauwarmem Wasser und Bürste. Beim 70m-Seil ist der Muskelkater garantiert 😉

Wer sich übrigens fragt, welche Bürste er für die Seilreinigung verwenden kann, der sollte nach einer Seilbürste umsehen. Eine Seilbürste ist, wie ich gerade gelernt habe meist spiralförmig und umschließt das Seil von allen Seiten, sodass man sie leicht am Seil entlang bewegen kann (nehm ich mal an..).

Seile trocknen

Nach dem Waschen kommt das Trocknen. Am besten ist es wohl Seile zum Trocknen im Schatten auszulegen. Es kann 4-5 Tage dauern bis es trocken ist. Auf keinen Fall soll man das Seil in die Sonne legen, denn die UV-Strahlung ist schlecht für die Polyamidfasern. Besonders sollte man das Seil nicht in den Wäschetrockener stecken, denn die hohe Hitze macht das Seil unbrauchbar.

Wichtig: Nasse Seile zeigen verminderte Eigenschaften hinsichtlich Belastungsfähigkeit und Dehnbarkeit. Daher sollte man es möglichst vermeiden mit nassen Seilen zu klettern. Zumindest ein frisch gewaschenes Seil sollte erstmal Zeit zum vollständigen Trocknen haben!

Fazit

Wer sein Seil waschen möchte, der muss, meiner Ansicht nach, diese Fragen beantworten:

Mit oder ohne Waschmittel?
Per Hand oder in der Waschmaschine?

Die Seilwäsche mit Waschmittel und Waschmaschine ist laut den oben genannten Seilherstellern in Ordnung. Laut der DAV Sicherheitsforschung soll man Seile dagegen mit Bürste und lauwarmem Wasser reinigen. In jedem Fall ist Vorsicht bei der Wahl des Waschmittels geboten. Die Seilhersteller empfehlen ein „Synthetikwaschmittel“ zu verwenden, was es aber, nach meiner eigenen Erfahrung, erstmal zu finden gilt. Wer die Möglichkeit ausschließen möchte ein schädliches Waschmittel zu verwenden, der kann zu den Pflegeprodukten einiger Seilhersteller greifen. Oder er wäscht ohne Waschmittel. Kritisch ist die Waschtemperatur. Da die Seile wärmeempfindlich sind, sollte man sie maximal mit lauwarmem Wasser waschen! Sicher ist dagegen die Empfehlung für das Trocknen: Seile auf keinen Fall in den Wäschetrockner stecken. Stattdessen sollte man sie im Schatten auslegen und ihnen 4-5 Tage zum Trocknen Zeit geben.

Mir sind die Möglichkeiten der Seilwäsche nun einigermaßen klar. Welche Methode und welche Mittel ich verwenden werde, das werde ich in einem meiner nächsten Artikel beschreiben.

Bis dahin interessiert mich natürlich: Wie wascht ihr eure Seile?

Man on Wire wird verfilmt

©2008 Jean-Louis Blondeau / Polaris Images
©2008 Jean-Louis Blondeau / Polaris Images

Der Franzose Philippe Petit schrieb 1974 Artistik-Geschichte, als er heimlich ein Hochseil zwischen die Türme des New Yorker World Tradition Centers spannte um darauf einen knapp einstündigen Hochseilakt zu vollführen. Im Jahr 2008 wurde dies im Dokumentarfilm „Man on Wire“ überaus spannend nacherzählt. Der Film erhielt einen Oscar.

Verfilmung in 3D

Nun macht sich Hollywood, basierend auf der Autobiographie  von Philippe Petit an eine Verfilmung dieses Stoffs. Ich bin sehr gespannt darauf. Kein geringerer als Regisseur Robert Zemeckis („Zurück in die Zukunft“, „Forrest Gump“) wird die Regie übernehmen, Schauspieler Joseph Gordon-Levitt wird die Hauptrolle spielen. Der Film wird nach state of the art in 3D produziert und man kann annehmen, dass er auch eine Hommage an die gestürzten silbernen Türme des World Tradition Centers werden wird.
Drehbeginn für den Film ist Mai 2014, daher wird der Film wohl frühestens in 2015 erscheinen. Ich freue mich schon drauf.

Hier der Trailer zu Man on Wire von 2008:

Alex Honnold begeht El Sendero Luminoso (5.12d) solo

El-Sendero Luminoso 2

Gestern wurde das längere Video von Alex Honnolds neuester Solo-Begehung in Mexico veröffentlicht. Der 6-minütige Film von Renan Ozturk (Regie) dokumentiert diese unglaubliche Leistung in atemberaubenden Bildern.

El Sendero Luminoso ist eine 2500 Fuss hohe, 15 Seillängen lange Route am Berg El Toro im Klettergebiet El Potrero Chico in Mexico. Die Schwierigkeit ist mit 5.12d angegeben, also sack schwer. Alex Honnold bewältigte die Route, nachdem er sie davor nur vier mal geklettert war, am 15. Januar 2014 in etwas mehr als 3 Stunden.
Wahnsinn!

Quelle: The North Face

Alpinkletterkurs an der Fuchskarspitze

Der Sommer wirft seine Schatten voraus. Im Juni werde ich mit ein paar Kameraden einen Alpinkletterkurs am Fuchskar im Allgäu machen. Ich bin schon ziemlich gespannt auf dieses kleine Abenteuer.

Den Kletterkurs haben wir beim Hindelanger Bergführerbüro gebucht. Laut dem Initiator der Aktion ist das eine vernünftige Bergschule und deren Kursplan macht nicht den Eindruck mit Theorie überfrachtet zu sein. Insgesamt wird der Kurs 3 Tage dauern. Am ersten Tag ist Anreise, Aufstieg zur Prinz-Luitpold-Hütte und im Standplatzbau, mobile Sicherungsgeräte etc. Für den 2. und 3. Tag sind alpine Klettertouren am Fuchskar im 3. und 4. Schwierigkeitsgrad geplant. Nach dem Kurs werden wir noch 3 weitere Tage zum Klettern im Allgäu bleiben. Wenn alles gut läuft, dann werden wir in der Zeit noch einige alpine Anfängerrouten gehen.

Für mich wird der Kurs das dritte Mal sein, dass ich Mehrseillängen-Routen gehe. Die ersten Erfahrungen konnte ich im letzten Jahr in Arco und in Österreich auf kürzeren Routen sammeln. Es waren plattige Routen mit einer Schwierigkeit von 4 bis 6- und recht guter Absicherung mit Bohrhaken. An den Routen am Fuchskar wird die Absicherung wahrscheinlich vergleichsweise gut sein, aber mobile Sicherungsmittel werden nicht wegzudenken sein.

Ich bin besonders gespannt darauf wie schwer diese Routen für mich und meine Kletterkameraden sein werden. Ansonsten hoffe ich besonders auch, dass wir vernünftiges Wetter bekommen werden!

Klettern bald olympische Sportart?

Heute morgen gab es einen Hinweis in den Nachrichten und auch die Internet-Suche legt es Nahe: Klettern könnte demnächst eine olympische Sportart werden.
Spiegel Online erwähnt Klettern als eine der Sportarten, die derzeit zur Auswahl stehen.
Ich finde die Olympischen Spiele als Sportevent heute immer
fragwürdiger, aber eines ist klar: Die Einführung von Klettern als olympischer Disziplin wäre eine riesen Anerkennung für die Sportart. Der jetzige Popularitätsschub würde sich sicher noch verstärken.