Kategorie-Archiv: Alpin

Klettertour für 2016: Zwerchenanni (6)

Heute habe ich über Facebook einen sehr interessanten Routentipp für das neue Jahr bekommen. Er stammt von Martin Feistl vom Kletterblog Climbim und es handelt sich dabei um eine von seiner Familie eingebohrte  Route an der Zwerchwand im Tannheimer Tal.

In 2014 bin ich an der Zwerchwand die „Till-Ann“ gegangen. Die neue Route mit dem Namen „Zwerchen-Anni“ liegt rechts davon, zwischen „Till-Ann“ und „Zwerchenweg“. Sie ist 210m hoch, hat 6 Seillängen und die Schwierigkeit wird mit 6, E2 angegeben. Weitere Details und einen detaillierten Topo kann man auf der Seite von Martin Feistl finden.

Kommt auf meine Liste für 2016.

Die großen Nordwände in „Bergwelten“

Die Sendung „Bergwelten“ in ServusTV widmen derzeit eine ganze Serie den großen Nordwänden der Alpen. Höchste Zeit in einem kleinen Beitrag die interessanten Episoden vorzustellen.

Das faszinierende an „Die großen Nordwände“ ist der Blick auf Vergangenheit und Gegenwart. Es werden sowohl die Geschichten der berühmten Erstbesteigungsversuche erzählt, mit ihrem oft tragischen Ausgang,  als auch neue Besteigungen mit heute bekannten Bergsteigern begleitet. Das ist sehr interessant gemacht. Daneben beziehungsweise davor, sind natürlich die Berge selbst die absoluten Hingucker.

Wenn ich mich nicht sehr täusche, dann sind alle bisherigen Folgen als Stream auf ServusTV zu sehen:

Eiger

„Eiger 2415“ von Dirk Beyer - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eiger_2415.jpg#mediaviewer/File:Eiger_2415.jpg
„Eiger 2415“ von Dirk Beyer – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Am Eiger wird die erste freie Begehung der John-Harlin-Direttissima durch Robert Jasper und Roger Schaeli gezeigt. Daneben geht es um die berühmt berüchtigte Geschichte der Route und um die Geschichten zur Erstdurchsteigung.
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Grandes Jorasses

„GrandesJorasses“. Lizenziert unter CC BY 2.5 über Wikimedia Commons.
„GrandesJorasses“. Lizenziert unter CC BY 2.5 über Wikimedia Commons.

An der abgelegenen Grandes-Jorasses-Nordwand klettert Robert Steiner den Durchstieg bei dem er 1997 fast umgekommen wäre. Die 1200 Meter hohe Wand sorgte aber schon viel früher für dramatische Geschichten.
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Drei Zinnen

„Westliche Zinne Nordwand Dach“ von Svíčková - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.
„Westliche Zinne Nordwand Dach“ von Svíčková – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Wer Alex Hubers Free-Solo-Begehung der „Direttissima“ in der Nordwand der Großen Zinne noch nicht kennt, der darf sich diese Folge nicht entgehen lassen. Auch seine Erstbegehung von „PanAroma“ (XI-, IX A3), Thomas Bubendorfers dortige Free-Solo-Begehungen und die Erstbegehung der „Hasse-Brandler“ werden gestreift. Die tollen Aufnahmen und die spektakulären Tiefblicke sollte man sich nicht entgehen lassen.
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Piz Badile

„Badile“ von Mg-k - M. Klüber Fotografie. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.
„Badile“ von Mg-k – M. Klüber Fotografie. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Hans-Jörg Auer ist an der Badile-Nordwand auf den Spuren von Hermann Buhl unterwegs.
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Petit Dru

„Drus-2006“ von Original uploader was Eltouristo at fr.wikipedia - Originally from fr.wikipedia; description page is/was here.. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Drus-2006.jpg#mediaviewer/File:Drus-2006.jpg
„Drus-2006“ von Original uploader was Eltouristo at fr.wikipedia.

An der Petit Dru werden die Bergsteiger Andy Parkin und Steve House durch die Nordwand begleitet. Beide haben schon sehr schmerzhafte Erfahrungen mit dem Berg gehabt..
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Mit Project360 auf den Eiger

Wie es ist den Eiger über die Nordwand zu besteigen, das konnte man bisher nachlesen, im Film ansehen oder eben selbst erfahren. Mit dem Project360 gibt es nun eine weitere Möglichkeit – die virtuelle Besteigung.

Das Projekt von Mammut überträgt die Produktionsweise von Googles Street View auf das Bergsteigen: Mithilfe von 360°-Kameras können wir bei Dani Arnold und Stephan Siegrist bei der Besteigung über die Schultern schauen.

Foto: Mammut.ch
Foto: Mammut.ch

Mir gefällt wirklich gut, wie interaktiv die Seite angelegt ist. Man kann einerseits zu verschiedenen Abschnitten der Tour springen. Andereseits gibt es zusätzliche Informationen in Video (O-Töne von Arnold und Siegrist), Bildern und Texten (Geschichte der Besteigung). Dazu kommen Infos über das Projekt selbst.

Obwohl die virtuelle Besteigung eher unschwer ist, kann man so doch einige Zeit „am Berg“ verbringen, denn die Aussichten und Tiefblicke sind wirklich faszinierend.

Cerro Torre – eine kleine Filmkritik

Gestern war ich bei der Preview von Cerro Torre. Wer den Film über die erste frei gekletterte Besteigung des Cerro Torre hier in Nürnberg sehen wollte, der musste erstmal 30-40 Meter hinab unter die Erde, in das IMAX-Kino im Cinecitta. Etwa 150-200 Leute waren hier hingekommen um den Film zu sehen und seine beiden Stars, David Lama und Peter Ortner, zu treffen.

Der Film

Der Film gliedert sich mehr oder weniger in drei Teile: Im ersten Teil geht es erstmal um die Geschichte der Erstbesteiung des Cerro Torre und um den ersten Versuch von Lama im Jahr 2010. Den zweiten und den dritten Teil stellen die darauf folgenden Versuchen in den Jahren 2011 und 2012 dar.

Der Rückblick auf die Geschichte der (angeblichen) Erstbesteigung des Cerro Torre durch den Italiener Cesare Maestri und seinen Kameraden Toni Egger im Jahr 1959, sowie die Wiederholung 1970 durch Maestri mit Kompressor und 350 Bohrhaken, wird bildgewaltig mit altem Filmmaterial und nachgestellten Szenen erzählt. Trotzdem wirkt die Erzählung hier sehr uneinheitlich: Mal spricht unvermittelt eine Erzählerstimme aus dem Off, mal sieht man untertitelte Zeitungsschlagzeilen, mal eine Ausschnitt aus einer Wochenschau. Da fehlte der Erzählfluss.
Trotzdem ist es wichtig, dass dieser Teil, vor allem die Geschichte der umstrittenen Wiederholung der Route durch Maestri, im Film enthalten ist. Denn die Diskussion über die Art und Weise wie ein Berg zu besteigen ist, spielt auch bei den Versuchen von Lama eine große Rolle.

Drei Jahre, drei Versuche

 

Foto: Davide Brighenti
Foto: Davide Brighenti

Nach dem der Vergangenheit Tribut gezollt wurde, widmet sich der Film den drei Versuchen David Lamas ab dem Jahr 2010.  Ab hier werden die Bilder farbig und die Einstellungen wirklich spektakulär. Man merkt schnell, dass die Besteigung von Anfang an ein riesen Filmprojekt mit Hubschraubern, Kameramännern und Regisseur ist, eine riesige Materialschlacht an deren Ende ein Kinofilm stehen soll. Ich finde es gut, dass dieser Zwiespalt auch im Film angesprochen wird.  in einer ähnlich materialintensiven Herangehensweise wie bei Maestri war der Berg auch vom RedBull-Filmteam mit Bohrhaken und Fixseilen versehen worden.
Ist dieses Vorgehen gerechtfertigt? David Lama kam im Film selbst zu dem Schluss, dass das zuviel des Guten gewesen ist.  Man entfernte das Material wieder aus der Wand und entschied sich dazu, dass bei den weiteren Dreharbeiten auch die Filmcrew den Berg auf herkömmliche Weise zu besteigen hatte.
Für die Zuschauer ist das nicht von Nachteil, denn bei dritten, erfolgreichen Anlauf erzählt ein zweiter Handlungsstrang den Aufstieg des Kamerateams. Das ist spannend – auf der einen Seite geht es ums Freiklettern auf der anderen ums Mixed- und Eisklettern.

Längen

Was die Spannung leider reduzierte war die Langatmigkeit des Films zwischen dem zweiten und dritten Gipfelversuch. Als Lama und Ortner nach dem erfolglosen Ende des zweiten Freikletterversuchs  den Torre technisch besteigen, da dachte mancher im Kino schon, dass der Film nun vorbei ist. Fehlte leider nur noch die entscheidende Freikletterei.

Schön ist…

Genug der Meckerei. Abgesehen von den Längen hat mir der Film gut gefallen. Mit den verschiedenen Helmkameras der Protagonisten, dem Ton der Kletterer und den Perspektiven aus dem Hubschrauber ist man ganz nahe dran an den Kletterern. Die Kletterei von David Lama wirkt so sehr beeindruckend, was sie zweifelsohne auch wirklich ist. Auch wenn man, wie ich, noch nie alpin geklettert ist, bekommt  man einen guten  Eindruck davon, wie es ist so einen Berg zu erklimmen.
Dazu sind einige der Aufnahmen wirklich grandios: Als das Kamerateam um Markus Pucher am Vorabend des Gipfelversuchs mit den letzten Sonnenstrahlen auf dem Gipfel ankommt, da sind die Eispilze in feuerrotes  Licht getaucht und bis zum Horizont ersteckt sich ein kaltblaues Nebelmeer (Bilder, hier). Das war für mich die schönste Einstellung im Film (so ein Licht möchte ich auch mal erleben).

Übrigens

  • Der Bergführer Markus Pucher führte nicht nur das Kamerateam über die Westseite des Torre auf den Gipfel. Wie man bei Wikipedia nachlesen kann gelang ihm im Januar 2013 auch die erste Free Solo Begehung  des Torre (Eis- oder Mixedstil, glaub ich).
  • Einer der großen Kritiker von David Lamas  erstem Versuch war Reinhold Messner. Im Film ertönt einmal seine vorwurfsvolle Stimme aus dem Off und wirft Lama vor sich von seinem Sponsor benutzen zu lassen. Lama sieht das anders. Nach der Filmvorstellung erwähnt er, dass er auf die Reaktion Messners auf den Film gespannt ist. Offenbar kommt Messner am Montag den 10.03. zur Preview nach München. Würde mich ja auch interessieren was der dazu sagt.
  • Der Trailer zum Film: Cerro Torre – Nicht der Hauch einer Chance

 

Video: Road to Free Rider

Dieses Video hat mir so gut gefallen, dass ich schnell einen kleinen Post dazu schreiben muss:

Quelle: Oliver Lyon
Quelle: Oliver Lyon

Im Video zeigt der Londoner Oli Lyon viele Eindrücke aus einem vierwöchigen Kletterurlaub im Yosemite Valley in den USA. Was mir an dem Film so gut gefällt ist, dass man viel bessere Eindrücke vom dortigen Klettern erhält als in den „Profi-Filmen“, die ich bisher gesehen habe. Man sieht Schwenks durch das Tal, Abendstimmungen, Biwaks und vieles andere. Manchmal gibt es nur Standbilder, aber das macht gar nix. Der Film ist einfach authentisch.

Inhaltlich geht es hauptsächlich um Kletterei am El Capitan. Wenn ich das richtig überflogen habe, dann zeigt der Film viel von der dreitägigen Tour durch „The Nose“. Wer mehr darüber lesen möchte, der findet auf der Seite von Oli Lyon einen ausführlichen Bericht dazu.

In jedem Fall ist es ein super Film (vielen Dank an Klettern 2.0 für den Tipp) und deswegen stelle ich den hier rein.

(Quelle: Oliver Lyon)

David Lama bei Stern TV

Gestern Abend war David Lama mit dem Film „Cerro Torre“ bei Stern TV zu Gast. Neben einem ausführlicheren Bericht über die Besteigung des Cerro Torre und den Werdegang von David Lama, gibt es darin auch ein ausführliches Interview im Studio zu sehen.

Vor der Preview des Kinofilms am Sonntag ist das noch ein schönes Schmankerl. Wer sich das Ganze bei Stern TV anschauen möchte, der muss bis zur Minute 1:11:16 vorspringen.

Cerro Torre-Preview am Sonntag 09.03.

Am Sonntag den 09.03. zeigt das Nürnberger Cinecitta vorab den kommenden Dokumentarfilm „Cerro Torre“ über die erste frei gekletterte Besteigung der berühmten argentinischen Felsnadel. Mit von der Partie wird auch der Österreicher David Lama sein, der diese herausragende Leistung erzielt hat.
Spannend ist der Film nicht nur wegen seinem Hauptdarsteller, dem Cerro Torre, sondern auch bezüglich der Filmaufnahmen. Denn auch dies ist eine gewaltige Leistung. Den bekannten Bildern und Filmausschnitten nach zu urteilen, ist es spektakulär.
Hier der Trailer: