Angeklettert: Schottersmühler Wand

Die schönsten Klettertage des Jahres beschert einem oft der Herbst. Kurz vor Ende der Klettersaison zeigt sich die Natur in bunten Farben  und viele Felsen im Frankenjura bekommen mehr Licht als im Hochsommer. Bei solchen Wetteraussichten zog es uns am vergangenen Sonntag ins Wiesenttal an die Schottersmühler Wand.

Eigentlich wollten wir die Kletterrei an der etwas oberhalb gelegenen Jubiläumswand starten, doch der Fels stellte sich als pitschnaß heraus. Auch die nächste Wand auf unserer Liste, die Wolkensteiner Wand, war leider triefend nass. Daher entschieden wir uns für die Schottersmühler Wand, die auf der gegenüberliegenden Talseite schön in der Sonne trocknete.

Aber Feuchtigkeit ist so eine Sache beim Klettern. Wenn Fels 1 und Fels 2 schon nass sind, dann sollte man auch die Möglichkeit bei Fels 3 in Betracht ziehen. So stellte sich auch die nächste Wand, bei näherer Betrachtung, als ziemlich feucht heraus. Doch zum Glück nicht in überall. Die rechte, sonnige Seite war fast trocken, sodass wir dort mit dem Vergessenen Weg (6-) loslegen konnten. Nach der ganzen Wanderei waren wir froh, dass es los ging.

Mein Highlight des Tages war die nächste Route mit dem Namen „Der Ernst des Lebens“ (6+). Sie befindet sich im Mittelteil der Wand. Trotz feuchtem und schwierigem Start konnte ich die Route in einem durchklettern und war am Umlenker ziemlich glücklich, dass das geklappt hat.

Danach haben Frédéric und ich uns noch an einer 7er-Route im linken Wandteil versucht. Aus Mangel an trockenen Alternativen und natürlich weil’s eine gute Herausforderung ist, haben wir die „Geier Sturzflug (7)“ gewählt. Den schönen, kleingriffigen Mittelteil, konnten wir beide relativ problemlos überwinden. Beim folgenden Dach trennte sich dann aber die Spreu vom Weizen. Ich konnte es trotz X Versuchen nicht überwinden, Frédéric schaffte es völlig ausgepumpt bis zum Umlenker. Diese Route und auch die anderen unversuchten 7er sind definitiv ein Grund um die Schottersmühler Wand wieder zu besuchen.

Leider kam die Dämmerung gestern viel zu schnell und wir machten uns beim aufziehenden Bodennebel auf dem Rückweg. Obwohl es jetzt schon fast Mitte November ist, hoffe ich, dass sich dieses Jahr noch weitere Gelegenheiten zum Klettern in der Fränkischen bieten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.