Archiv für den Monat: März 2014

Into the light – Glowacz und Sharma klettern Riesenhöhle

Die Madschlis al-Dschinn-Höhle im Oman, laut Wikipedia die neuntgrößte Höhlenkaverne der Welt, war kürzlich das Ziel eines spektakulären Kletterprojekts von Stefan Glowacz und Chris Sharma. Die beiden Kletterstars hatten es sich natürlich zum Ziel gesetzt aus der 160 Meter tiefen und ständig überhängenden Höhle hinaus zu klettern. Im Video weiter unten gibt es tolle Aufnahmen davon zu sehen.

Die „Weltöffentlichkeit“ hat von dem famosen Projekt durch 4 kleine Videos, aber sehr feine, erfahren. So wurde das anfangs geheime Projekt nach und nach bekannt gemacht.
Wie man hier lesen kann kletterten Glowacz und Sharma die Route in 13 Seillängen, von denen alle überhängend waren. Die Schwierigkeiten variierten dabei zwischen 7c+ und 8b+ Da Glowacz  anscheinend eine Verletzung erlitt und das gemeinsame Zeitfenster sehr klein war, gelang es nur Sharma die Route zu klettern. Die Route durch die Riesenhöhle könnte die weltweit längste Dachkletterei sein.

By Michaelmcandrew at en.wikipedia [GFDL or CC-BY-SA-3.0], from Wikimedia Commons
Abseilen in die Majlis al-Djin Höhle.
Bild: Michaelmcandrew at en.wikipedia [GFDL or CC-BY-SA-3.0], from Wikimedia Commons
Abgesehen von der Kletterei finde ich diese Höhle faszinierend. Wie man lesen kann, gibt es nur 3 relativ unscheinbare Zugänge zur Höhle und sie wurde erst 1983 das erste Mal betreten. Dabei sicher schon ein kleines Abenteuer für sich, 120 bis 160 m ins Nichts abzuseilen. Wohlwissend, dass man wieder hochjumaren oder hochklettern muss.
Auch die Aufnahmen im Video sind einfach fantastisch. Dünne Lichtstrahlen fallen von oben in die Höhle und verdeutlichen die unglaublich riesigen Dimensionen der Höhle . Vor diesem Hintergrund seilen sich die kleinen Menschen wie an Spinnenfäden in eine Mondlandschaft ab. Auf dem Foto bei Wikipedia kann man auch einen ganz kleinen Menschen beim Abseilen ausmachen.

Hier das spannendste Video aus der Serie:

Into the light – Episode 3 from world of freesports on Vimeo.

Weitere Videos der Serie:
Into the light – Episode 1
Into the light – Episode 2
Into the light – Episode 4

Quelle: redbull.com

Sechs neue Studien für Kletterer

KlettertrainingAuf der Seite Bergleben.de gibt es gerade einen interessanten Artikel über neue, für das Klettern relevante, wissenschaftliche Studien. Es geht um Aspekte wie Sicherheit, Ausgleichstraining und Ernährung. Alles wurde sehr gut in Zusammenhang mit dem Klettern gesetzt.

Hier eine grobe Zusammenfassung des Inhalts:

  • Liegestützen an Ringen bringen mehr, denn sie aktivieren mehr Muskelgruppen.
  • Nitratreiche Nahrung macht kräftig – also viel Rote Beete und Salat essen.
  • Ernährung : Sowohl Verzicht auf Kohlenhydrate, als auch  zuviel Proteine sind auf Dauer schlecht. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
  • Teamwork spornt zu Höchstleistungen an.
  • Unfallstudie zum Indoor-Klettern: Hochinteressant – bei 515337 Besuchen einer Kletterhalle gab es in 5 Jahren nur 30 gemeldete Verletzungen. Das Unfallrisiko ist beim Indoor-Klettern damit sehr gering.
  • Stretching vor dem Klettern ist eher kontraproduktiv und kostet Kraft. Eine weitere Meinung im Disput um die Frage, ob Dehnen vor dem Sport sinnvoll ist.

Da ich derzeit versuche ein Ausgleichstraining  zum Klettern zu etablieren, fand ich die Erkenntnisse zum Liegestütztraining und zum Stretching ziemlich interesant.  Liegestützen werden schon praktiziert, nun muss ich nur noch eine Möglichkeit finden um Ringe bei mir aufzuhängen.

Was die Unfallgefahr beim Indoor-Klettern betrifft lautet meine persönliche Statistik leider anders: In ca. 1,5 Jahren habe ich indoor schon 2 Unfälle mitbekommen. Ich möchte die Studie damit aber nicht in Zweifel ziehen.

Wen die Themen interessieren, der sollte unbedingt den gesamten Artikel lesen.

Quelle: Bergleben.de

Walberla-Spaziergang

Wegen dem Wetter und wegen einer Verletzung war heute nicht ans Klettern zu denken. Immerhin waren wir in der Fränkischen, oberhalb von Kirchehrenbach am Walberla. Man hat einen prima Ausblick auf das Wiesenttal – just als wir da waren schauerte es talaufwärts. Alle Felsen nass.

Jäger des Augenblicks – im Stream bei Spiegel.TV

Stefan Glowacz, Holger Heuber und Kurt Albert am Roraima, © Copyright Red Bull Content Pool / Klaus Fengler/ MFA+
Stefan Glowacz, Holger Heuber und Kurt Albert am Roraima, © Copyright Red Bull Content Pool / Klaus Fengler/ MFA+

Jäger des Augenblicks“ war für mich der Kletterfilm des Jahres 2013. An diesem Wochenende ist er kostenlos im Stream bei Spielgel.TV zu sehen.

Der Film handelt von der freigekletterten Besteigung des Tafelbergs Roraima durch die Kletterlegenden Stefan Glowacz, Kurt Albert und Holger Heuber tief im südamerikanischen Dschungel.  Er fasziniert nicht nur durch die exotische Location, sondern auch durch viele Rückblicke auf die Klettergeschichte der Protagonisten.

Hier der Trailer zum Film:

Cerro Torre – eine kleine Filmkritik

Gestern war ich bei der Preview von Cerro Torre. Wer den Film über die erste frei gekletterte Besteigung des Cerro Torre hier in Nürnberg sehen wollte, der musste erstmal 30-40 Meter hinab unter die Erde, in das IMAX-Kino im Cinecitta. Etwa 150-200 Leute waren hier hingekommen um den Film zu sehen und seine beiden Stars, David Lama und Peter Ortner, zu treffen.

Der Film

Der Film gliedert sich mehr oder weniger in drei Teile: Im ersten Teil geht es erstmal um die Geschichte der Erstbesteiung des Cerro Torre und um den ersten Versuch von Lama im Jahr 2010. Den zweiten und den dritten Teil stellen die darauf folgenden Versuchen in den Jahren 2011 und 2012 dar.

Der Rückblick auf die Geschichte der (angeblichen) Erstbesteigung des Cerro Torre durch den Italiener Cesare Maestri und seinen Kameraden Toni Egger im Jahr 1959, sowie die Wiederholung 1970 durch Maestri mit Kompressor und 350 Bohrhaken, wird bildgewaltig mit altem Filmmaterial und nachgestellten Szenen erzählt. Trotzdem wirkt die Erzählung hier sehr uneinheitlich: Mal spricht unvermittelt eine Erzählerstimme aus dem Off, mal sieht man untertitelte Zeitungsschlagzeilen, mal eine Ausschnitt aus einer Wochenschau. Da fehlte der Erzählfluss.
Trotzdem ist es wichtig, dass dieser Teil, vor allem die Geschichte der umstrittenen Wiederholung der Route durch Maestri, im Film enthalten ist. Denn die Diskussion über die Art und Weise wie ein Berg zu besteigen ist, spielt auch bei den Versuchen von Lama eine große Rolle.

Drei Jahre, drei Versuche

 

Foto: Davide Brighenti
Foto: Davide Brighenti

Nach dem der Vergangenheit Tribut gezollt wurde, widmet sich der Film den drei Versuchen David Lamas ab dem Jahr 2010.  Ab hier werden die Bilder farbig und die Einstellungen wirklich spektakulär. Man merkt schnell, dass die Besteigung von Anfang an ein riesen Filmprojekt mit Hubschraubern, Kameramännern und Regisseur ist, eine riesige Materialschlacht an deren Ende ein Kinofilm stehen soll. Ich finde es gut, dass dieser Zwiespalt auch im Film angesprochen wird.  in einer ähnlich materialintensiven Herangehensweise wie bei Maestri war der Berg auch vom RedBull-Filmteam mit Bohrhaken und Fixseilen versehen worden.
Ist dieses Vorgehen gerechtfertigt? David Lama kam im Film selbst zu dem Schluss, dass das zuviel des Guten gewesen ist.  Man entfernte das Material wieder aus der Wand und entschied sich dazu, dass bei den weiteren Dreharbeiten auch die Filmcrew den Berg auf herkömmliche Weise zu besteigen hatte.
Für die Zuschauer ist das nicht von Nachteil, denn bei dritten, erfolgreichen Anlauf erzählt ein zweiter Handlungsstrang den Aufstieg des Kamerateams. Das ist spannend – auf der einen Seite geht es ums Freiklettern auf der anderen ums Mixed- und Eisklettern.

Längen

Was die Spannung leider reduzierte war die Langatmigkeit des Films zwischen dem zweiten und dritten Gipfelversuch. Als Lama und Ortner nach dem erfolglosen Ende des zweiten Freikletterversuchs  den Torre technisch besteigen, da dachte mancher im Kino schon, dass der Film nun vorbei ist. Fehlte leider nur noch die entscheidende Freikletterei.

Schön ist…

Genug der Meckerei. Abgesehen von den Längen hat mir der Film gut gefallen. Mit den verschiedenen Helmkameras der Protagonisten, dem Ton der Kletterer und den Perspektiven aus dem Hubschrauber ist man ganz nahe dran an den Kletterern. Die Kletterei von David Lama wirkt so sehr beeindruckend, was sie zweifelsohne auch wirklich ist. Auch wenn man, wie ich, noch nie alpin geklettert ist, bekommt  man einen guten  Eindruck davon, wie es ist so einen Berg zu erklimmen.
Dazu sind einige der Aufnahmen wirklich grandios: Als das Kamerateam um Markus Pucher am Vorabend des Gipfelversuchs mit den letzten Sonnenstrahlen auf dem Gipfel ankommt, da sind die Eispilze in feuerrotes  Licht getaucht und bis zum Horizont ersteckt sich ein kaltblaues Nebelmeer (Bilder, hier). Das war für mich die schönste Einstellung im Film (so ein Licht möchte ich auch mal erleben).

Übrigens

  • Der Bergführer Markus Pucher führte nicht nur das Kamerateam über die Westseite des Torre auf den Gipfel. Wie man bei Wikipedia nachlesen kann gelang ihm im Januar 2013 auch die erste Free Solo Begehung  des Torre (Eis- oder Mixedstil, glaub ich).
  • Einer der großen Kritiker von David Lamas  erstem Versuch war Reinhold Messner. Im Film ertönt einmal seine vorwurfsvolle Stimme aus dem Off und wirft Lama vor sich von seinem Sponsor benutzen zu lassen. Lama sieht das anders. Nach der Filmvorstellung erwähnt er, dass er auf die Reaktion Messners auf den Film gespannt ist. Offenbar kommt Messner am Montag den 10.03. zur Preview nach München. Würde mich ja auch interessieren was der dazu sagt.
  • Der Trailer zum Film: Cerro Torre – Nicht der Hauch einer Chance

 

Video: Road to Free Rider

Dieses Video hat mir so gut gefallen, dass ich schnell einen kleinen Post dazu schreiben muss:

Quelle: Oliver Lyon
Quelle: Oliver Lyon

Im Video zeigt der Londoner Oli Lyon viele Eindrücke aus einem vierwöchigen Kletterurlaub im Yosemite Valley in den USA. Was mir an dem Film so gut gefällt ist, dass man viel bessere Eindrücke vom dortigen Klettern erhält als in den „Profi-Filmen“, die ich bisher gesehen habe. Man sieht Schwenks durch das Tal, Abendstimmungen, Biwaks und vieles andere. Manchmal gibt es nur Standbilder, aber das macht gar nix. Der Film ist einfach authentisch.

Inhaltlich geht es hauptsächlich um Kletterei am El Capitan. Wenn ich das richtig überflogen habe, dann zeigt der Film viel von der dreitägigen Tour durch „The Nose“. Wer mehr darüber lesen möchte, der findet auf der Seite von Oli Lyon einen ausführlichen Bericht dazu.

In jedem Fall ist es ein super Film (vielen Dank an Klettern 2.0 für den Tipp) und deswegen stelle ich den hier rein.

(Quelle: Oliver Lyon)

David Lama bei Stern TV

Gestern Abend war David Lama mit dem Film „Cerro Torre“ bei Stern TV zu Gast. Neben einem ausführlicheren Bericht über die Besteigung des Cerro Torre und den Werdegang von David Lama, gibt es darin auch ein ausführliches Interview im Studio zu sehen.

Vor der Preview des Kinofilms am Sonntag ist das noch ein schönes Schmankerl. Wer sich das Ganze bei Stern TV anschauen möchte, der muss bis zur Minute 1:11:16 vorspringen.

Birkenreuther Wand – Nördliches Frankenjura

Am Sonntag ging es zum Klettern an die Birkenreuther Wand im nördlichen Frankenjura. Bei meinem zweiten Außeneinsatz in diesem Jahr war das Wetter kein Problem. Dafür wurde es in einigen der schönen Routen ziemlich moosig.

Moosig

Bei Ankunft an der Wand fielen uns zuerst die vielen moosigen Stellen auf. Das ist kein gutes Zeichen für’s Klettern, denn wo Moos ist, da ist meist auch Feuchtigkeit. Hier war es so, dass die meisten Routen , die wir geklettert sind, trotz Moos überwiegend trocken waren.  Nur in einer Route hatten wir aufgrund der Feuchtigkeit Schwierigkeiten bis nach oben zu gelangen.
Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass es einige leichtere Route gibt, die total zugemoost sind. Hier befinden sich die Haken teilweise mitten im grünen Flechtenmeer. So was macht wahrscheinlich kaum Spaß. Im Kletterführer von Sebastian Schwertner wird der Zustand immer recht treffend beschrieben.

Klettern

  • Nach einer Aufwärmkletterrei (Gasseldorfer Weg, 5-) haben wir uns am Wohlmuthüller Weg versucht. Die Route ist im Kletterführer mit der Schwierigkeit 6+ angegeben, aber wir haben sehr schnell gemerkt, dass sie auf den Einstiegsmetern viel schwieriger ist. Wie schwierig zeigte die Recherche auf Frankenjura.com, dort ist sie mit 7+ bewertet. So bin ich am Toprope auch nur mit viel Ach und Krach über den Einstiegsboulder hinaus gekommen.
  • Nach diesem schlechten Start bin ich den leichten Streitberger Weg (5-) geklettert, der sich ca. 10 Meter an einer Kante raufzieht – nette Tour.
  • Von dort aus haben wir und den rechts gelegenen Nürnberger Weg (7) angeschaut, der sich an einem Riss etwa 13-14m hochzog. Für mich war das die schönste Route des Tages – nach einem Toprope-Versuch hab ich es auch im Vorstieg hochgeschafft. Von der Schwierigkeit her ist es, meiner Meinung nach, keine 7.
  • Boxdorfer Weg (7-): Eine kürzere Route ganz links, die ich von der Schwierigkeit  auch leichter einstufen würde.
  • Trainmeusler Weg (7-): Diese Route ist  fast so schön wie der Nürnberger Weg. Bloß die reichliche Bemoosung des letzten Meters macht den Abschluss schwierig.

Fazit: Zum Klettern würde ich hier auch ein zweites Mal hingehen. An einem heißen Sommertag stellt die schattige Wand sicher ein angenehmes Plätzchen dar. Die meisten Routen sind nicht schwieriger als 7 und viele im Bereich 5 und 6. Von daher ist die Wand auch sehr gut für Anfänger geeignet. Die Absicherung finde ich bei den meisten Routen ziemlich gut.

Lage Birkenreuther Wand

Die Birkenreuther Wand liegt außerhalb von Birkenreuth, in der Nähe von Ebermannstadt. Ganz in der Nähe fällt die Alb zum Wiesenttal hin ab. Man kann im Ort an der alten Linde parken und läuft von dort in etwa 15 Minuten zum nordseitigen, im Wald gelegenen Felsen.

 

Cerro Torre-Preview am Sonntag 09.03.

Am Sonntag den 09.03. zeigt das Nürnberger Cinecitta vorab den kommenden Dokumentarfilm „Cerro Torre“ über die erste frei gekletterte Besteigung der berühmten argentinischen Felsnadel. Mit von der Partie wird auch der Österreicher David Lama sein, der diese herausragende Leistung erzielt hat.
Spannend ist der Film nicht nur wegen seinem Hauptdarsteller, dem Cerro Torre, sondern auch bezüglich der Filmaufnahmen. Denn auch dies ist eine gewaltige Leistung. Den bekannten Bildern und Filmausschnitten nach zu urteilen, ist es spektakulär.
Hier der Trailer:

Kletterseil waschen

So, mein Kletterseil ist nun nach 1,5 Jahren regelmäßiger Nutzung wieder ein bisschen sauberer. Hier eine kurze Beschreibung wie ich mein Seil gewaschen habe und welches Ergebnis ich erzielt habe.

Erst die Theorie, dann die Praxis

Da ich noch nie ein Seil gewaschen hatte , brauchte ich erstmal eine zuverlässige Anleitung für das Waschen. Was ich an Waschtipps gefunden und in diesem Artikel zusammengeschrieben habe, das hat mich nicht ganz überzeugt. Trotzdem musste mein Seil nun in Wäsche, denn es war einfach zu schmutzig.

Hinweis:
Allen, die ihr Kletterseil waschen wollen, empfehle ich, sich gut zu informieren und auf die Empfehlungen des Herstellers oder des DAV zu achten. Wer sein Seil auf die hier beschriebene Weise wäscht, der trägt dafür natürlich auch selbst die Verantwortung.

Vorbereitung

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Ist das Seil in Schlaufen gelegt, kann es sich nicht verheddern.

Um zu verhindern, dass sich das Seil in der Waschmaschine heillos verheddert, habe ich es zu Beginn in Schlaufen gelegt (Empfehlung von Klettern.de). Außerdem kam es zur Sicherheit in einen alten Kopfkissenbezug. Im Nachhinein würde ich das allerdings nicht mehr tun, denn innerhalb des kleinen „Sacks“ konnte sich das Seil nicht gleichmäßig in der Trommel verteilen und erzeugte eine ziemliche Unwucht.

Als Waschmittel habe ich etwas Rei in der Tube verwendet. Zuerst wollte ich das Seil eigentlich komplett ohne Waschmittel waschen, da ich gelesen habe, dass in der Waschmaschine vile Waschmittel vom vorherigen Waschgang verbleibt. Letzten Ende habe ich mich aber dagegen entschieden, weil ich das ganze einfach nicht zweimal machen wollte.

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Das Rei in der Tube habe ich genommen, da es laut Verpackung auch für synthetische Kleidung geeignet ist. Wie schon in meinem letzten Artikel geschrieben, konnte ich im Supermarkt kein „Synthetik-Waschmittel“ dass auch so gelabeled ist und bei dem mir klar war, dass es nicht schädlich ist (z.B. kein Weichsspüler enthält). Ich wollte auch kein spezielle Seilwaschmittel aus dem Internet bestellen, da ich mir das zu teuer war und zu lange gedauert hätte. Schließlich brauch ich das Seil häufiger.

Waschprogramm

Seilwäsche
Im Wollprogramm wird das Seil kalt gewaschen, nicht geschleudert.

Das Seil habe ich dann Wollprogramm gewaschen. Das bedeutet Kaltwäsche und kein Schleudern. Wie sich dann aber gegen Ende heraus gestellt hat, fing die Trommel doch an leicht zu schleudern. Um das Seil habe ich mir dabei keine Sorgen gemacht, aber um die Waschmaschine. Denn da das Seil in dem kleinen Sack steckte, hatte die Waschmaschine eine ziemlich deutliche Unwucht. Zum Glück dauerte das nicht lange.

Trocknen

Nach dem Waschen war das Seil schon relativ trocken und ich konnte das Seil direkt zum Trocken auslegen. Aufgrund von Platzmangel habe ich das Seil auf einem Wäscheständer in vielen Schlaufen ausgelegt. Um das Trocknen zu beschleunigen legte kam außerdem noch ein Handtuch unter das Seil. Das ganze ließ ich dann so einige Tage stehen.

Seil beim Trocknen
Seil beim Trocknen

Insgesamt hat es ganze 4 Tage gedauert, bis das Seil trocken war. Zwar ist es nach 2 Tagen schon äußerlich trocken, aber man merkt am Gewicht, dass noch Feuchtigkeit drin ist. Wer ungeduldig ist, dem sei gesagt: Experten weisen darauf hin, dass sich die Eigenschaften nasser Seile vermindern. Sie sind also weniger sicher! Es ist also besser zu warten, bis das Seil vollkommen trocken ist.

Was hat es gebracht?

Nachdem ich mein Kletterseil gewaschen habe, sieht es fast genauso aus wie zuvor: Es gibt immer noch die hellen Stellen an den Seilenden und die etwas dunkleren im mittleren Bereich. Kein erkennbarer optischer Unterschied.

Das frisch gewaschene Seil bei Tageslicht.
Das frisch gewaschene Seil bei Tageslicht.

Haptisch gibt es schon einen Unterschied. Nach dem Waschen ist das Seil minimal dicker geworden und runder geworden. Es fühlt sich außerdem sauberer an und riecht auch so. Als ich es nach etwa einer Woche wieder zum Indoor-Klettern dabei hatte , war es etwas schwerer durch den Tube zu ziehen. Aber das ist nur ein minimaler Unterschied. Durch das Trockenen in Schleifen war das Seil vielleicht auch ein kleines bisschen krangelig (verdreht). Mit zweimaligem Durchziehen war das aber weg.
Beobachtet habe ich außerdem, dass sich die Seilfasern durch den Waschgang wieder ein Stück zusammengezogen haben. Bei einer kleinen Fallbelastung hat es sich dementsprechend wieder ziemlich gedehnt.  

Was nun die Verschmutzung des Seils betrifft, so bin ich relativ enttäuscht. Direkt nach dem ersten Sichern hatte ich wieder einen Schmutzstreifen auf der Hand. Zwar heller, aber immer noch da. Das Waschen hat also dagegen nichts gebracht.
Interessant wäre es jetzt einen zweiten Waschgang oder eine andere Waschmethode (zum Beispiel per Hand und Seilbürste) auszuprobieren. Ehrlich gesagt fehlt mir dazu aber die Zeit und Muse. Das Seil ist insgesamt ein wenig sauberer geworden und riecht besser – das muss erstmal reichen.
Die nächste Seilwäsche wird es frühestens nach dieser Saison geben. Mal sehen ob ich dann noch etwas zu schreiben habe.